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Tilidin: Wirkung, Nebenwirkungen, wichtige Hinweise

Der Wirkstoff Tilidin ist ein starkes Schmerzmittel, das sehr individuell dosiert werden muss
von Apotheker Dr. Martin Allwang, 31.01.2017

Den Wirkstoff Tilidin (beispielhaftes Bild) gibt es unter anderem als Tropfen

W&B/Fotolia

Kurz zusammengefasst: Das Wichtigste zu Tilidin

•    Tilidin ist ein stark wirksames Schmerzmittel
•    Wer es einnimmt, sollte sich strikt an die Empfehlungen des Arztes halten
•    Der Arzneistoff macht häufig müde und benommen

Einsatzgebiete: Wofür wird Tilidin typischerweise angewendet?

Tilidin dient der Behandlung starker und sehr starker Schmerzen, wie sie zum Beispiel nach Operationen oder bei Krebserkrankungen auftreten.

Wirkung: Welche Effekte hat Tilidin?

Tilidin hemmt die Schmerzwahrnehmung im Gehirn und gehört zu den sogenannten Opiaten. Das sind Mittel, die ähnlich wie Morphin wirken. Diese starken Schmerzmittel haben aufgrund ihres Angriffspunktes viele weitere Effekte auf den Körper. Da sie unter anderem die Stimmungslage und die Psyche beeinflussen können, besteht die Gefahr, dass Patienten sie missbräuchlich anwenden. Tilidin wird oft mit dem Wirkstoff Naloxon kombiniert, um dem vorzubeugen.

Was ist bei der Anwendung zu beachten?

Wer Tilidin einnehmen muss, sollte sich streng an die Empfehlung des Arztes halten.

Welche Nebenwirkungen kann Tilidin hervorrufen?

Zu den häufigsten Nebenwirkungen von Tilidin gehören Schwindel, Benommenheit und Müdigkeit. Im Magen-Darm-Trakt kann es zu Übelkeit oder Durchfall, aber auch Verstopfung kommen. Häufig schwitzen Patienten auch vermehrt.

Der Arzneistoff kann Aufmerksamkeit und Reaktionsvermögen einschränken.

Wechselwirkungen: Verträgt sich Tilidin mit anderen Medikamenten und Lebensmitteln?

Alle Medikamente, die als Haupt- oder Nebenwirkung müde machen, etwa Schlafmittel oder auch manche Antidepressiva, können die Nebenwirkungen von Tilidin deutlich verstärken. Das gilt auch für Alkohol. Patienten, die Gerinnungshemmer wie Phenprocoumon nehmen, sollten ihre Gerinnung engmaschig prüfen lassen und gegebenenfalls die Dosis des Gerinnungshemmers gemäß der ärztlichen Empfehlung anpassen.

Gegenanzeigen: Wer darf Tilidin nicht anwenden?

Wer allergisch auf Tilidin reagiert, darf den Wirkstoff nicht anwenden. Tilidin sollte von Patienten mit Abhängigkeitserkrankungen nicht eingenommen werden. Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion kann es sein, dass die Wirkung nicht eintritt.

Hinweis: Dieser Text enthält nur allgemeine Informationen und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Lesen Sie sich unbedingt die Packungsbeilage Ihres Medikaments genau durch und lassen sich von Ihrem Arzt und Apotheker beraten.


Quellen:

Fachinformationen zu Tilidin
Mutschler, Arzneimittelwirkungen, WVG Stuttgart, 10. Auflage, 2013


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